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Historie – Zeitreise mit Hagenbeck

Eine lange Tradition zukunftsweisender Ideen

Wie alles begann … (1848 - 1907)

1848
Gottfried Claes Carl Hagenbeck

Der Fischgroßhändler Gottfried Claes Carl Hagenbeck stellt sechs Seehunde in Hamburg St. Pauli aus.

Hagenbeck kauft sechs Seehunde einigen Finkenwerder Fischern ab und präsentiert sie auf dem Spielbudenplatz der Öffentlichkeit. Die Hamburger kommen in Scharen, um sich die possierlichen Meeresbewohner anzusehen. Ein sensationeller Zufallserfolg – und der Beginn einer großen Geschichte.

Carl Hagenbeck Spielbudenplatz Tierhandlung
1863
Carl Hagenbeck Tierhandelsgeschäft am Spielbudenplatz

Hagenbeck eröffnet ein kleines Tierhandelsgeschäft in Hamburg.

Mit seiner sogenannten „Handelsmenagerie“ am Spielbudenplatz 19, also der Zurschaustellung und dem Verkauf exotischer Tiere, wird Hagenbeck allmählich bekannter.

1866

Mit nur 21 Jahren übernimmt der älteste Sohn, Carl Hagenbeck, das Geschäft des Vaters.

Jetzt geht es steil bergauf. Rasch baut Carl Hagenbeck das kleine Geschäft des Vaters aus und macht es innerhalb weniger Jahrzehnte zum größten Tierhandelshaus der Welt – mit mehreren Außenposten in der ganzen Welt.

1874
Carl Hagenbecks Tierpark am Pferdemarkt

Am Neuen Pferdemarkt 13 eröffnet Carl Hagenbeck „Hagenbeck’s Thierpark“.

Rund vier Kilometer Luftlinie vom heutigen Standort entfernt öffnet Hagenbeck’s Thierpark erstmals seine Tore.

1875

Mit einer Familie aus Lappland beginnen die „großen Völkerschauen“.

Die Faszination am Fremden und Exotischen wuchs gegen Ende des 19. Jahrhunderts in Europa, als vermehrt Berichte über fremde Tiere und Völker auch nach Europa drangen. Während heute kaum noch vorstellbarer sogenannter „Völkerschauen“ wurden Menschen indigener Volksstämme auch nach Deutschland gebracht und zur Schau gestellt – oft unter zweifelhaften Umständen. Auch Carl Hagenbeck organisierte Völkerschauen in ganz Europa, er engagierte Nubier, Inuit, Massai, Singhalesen und Angehörige vieler anderer Völker.

Die Schauen stießen auf großes Interesse: In Paris beispielsweise zählte man eine Million Besucher in nur zweieinhalb Monaten. Aus heutiger Sicht nicht mehr vertretbar, gaben die Völkerschauen damals einer breiten Bevölkerungsschicht erstmals Einblicke in fremde Kulturen und die Lebenswelt weit entfernt lebender Völker.

1887
1. Circus Carl Hagenbeck

Carl Hagenbeck eröffnet seinen ersten Zirkus.

Beflügelt vom Erfolg des Tierparks und der Völkerschauen geht Hagenbeck noch einen Schritt weiter und gründet seinen ersten Zirkus auf dem Hamburger Heiligengeistfeld. Außerdem entwickelt er die Methode der „zahmen Dressur“, bei der die Tiere durch Belohnung anstatt durch Strafe trainiert werden.

1892

Erstmals hat eine nach der „zahmen Dressur“ trainierte Raubtiergruppe einen öffentlichen Auftritt.

Das Löwengespann zieht einen römischen Triumphwagen im Pariser Nouveau Cirque. Das Publikum ist begeistert.

1896

Carl Hagenbeck meldet das Patent auf die ersten gitterlose Tierpark-Freianlage der Welt an.

Durch die langjährige Erfahrung im Umgang mit seinen Schützlingen ermittelt Hagenbeck die Sprungweite von Löwen, Tigern und Co. exakt und baut gitterlose Freianlagen, die sich zum Teil sogar transportieren lassen. Mit dem imposanten „Nordland Panorama“ geht er auf Reisen.

Die Anfänge des heutigen Tierparks Hagenbeck

1907

Der erste gitterlose Tierpark der Welt eröffnet in Stellingen vor den Toren Hamburgs – eine Sensation!

Die Idee der artgerechten Haltung und Präsentation exotischer Tiere in ihrem natürlichen Lebensraum ist revolutionär und bis heute wegweisend. Viele zoologische Gärten ahmen sie nach. Die Söhne Heinrich und Lorenz Hagenbeck führen das Lebenswerk ihres Vaters weiter. 

1916

Lorenz Hagenbeck gründet den neuen Circus Carl Hagenbeck.

Er bereist fast die ganze Welt und macht den Namen der Familie immer bekannter. Nach Plänen Heinrich Hagenbecks entstehen zwischen 1922 und 1931 moderne Zoos in Chicago, Detroit und Paris.

1937

Der Tierpark in Stellingen wird unter der Leitung Heinrich Hagenbecks wesentlich erweitert und neu gestaltet.

Im selben Jahr entsteht eines der bis heute modernsten Elefanten-Freigehege der Welt.

1943

Der Krieg zerstört den Tierpark in Stellingen zu etwa 70%.

Aufgeben ist keine Option: Die Familie Hagenbeck und die nachfolgenden Generationen bauen den Tierpark mit enormem Einsatz wieder auf – schöner und größer denn je.

Die jüngere Vergangenheit (1997 - heute)

1997

Der Tierpark Hagenbeck wird Denkmal!

Seit dem 10. Februar ist der gesamte Tierpark Hagenbeck in die Denkmalliste der Stadt Hamburg eingetragen. Jetzt gilt es, die kulturhistorischen Baudenkmäler zu schützen und gleichzeitig den Herausforderungen gerecht zu werden, die das 21. Jahrhundert an einen modernen zoologischen Garten stellt.

2003

Das Gesicht des Tierparks verändert sich entscheidend.

Es ist der größte Umbau seit 60 Jahren: Der Haupteingang wird an die Koppelstraße verlegt, ein nepalesischer Pagoden-Tempel schmückt den neuen Zugang, der nun optimal an die U-Bahn angeschlossen ist. Das historische Jugendstil-Tor bleibt neben dem Bärengehege als historisches Ensemble erhalten.

2006

Im November wird die neue Elefanten-Freilaufhalle eingeweiht.

Dieser wichtige Schritt ermöglicht eine naturnahe Haltung unserer Elefantenherde. Die Besucher können die Tiere nun auch bei schlechtem Wetter und im Winter in der Herde erleben.

2007

100 Jahre Tierpark Hagenbeck – Eröffnung des Tropen-Aquariums.

Vielfältig, exotisch – und rund ums Jahr kuschelig warm: Zum 100-jährigen Jubiläum ziehen die Tropen bei Hagenbeck ein. Auf über 8.000 Quadratmetern ist das Tropen-Aquarium viel mehr als „nur" ein Aquarium und spielt als tropische Erlebniswelt in einer eigenen Liga. Im selben Jahr folgt außerdem der erste Spatenstich für das vierte Standbein des erheblich gewachsenen Familienunternehmens: Der Bau des Lindner Park-Hotels Hagenbeck beginnt.

2009

Nach knapp zwei Jahren Bauzeit eröffnet das Lindner Park-Hotel Hagenbeck. Der Bau am neuen Eismeer beginnt.

Seit der Eröffnung des Tierparks war die historische Eismeer-Anlage Heimat für Tiere der Arktis und der Antarktis. Doch nach über hundert Jahren war dieses unverwechselbare Panorama so baufällig, dass die Anlage abgerissen werden musste. Im November 2009 wurde der erste Spatenstich für das neue Eismeer gesetzt.

2012

Das neue Eismeer öffnet seine Tore – auch für Deutschlands einziges Walross!

Nach dem Tod des Walrosses Antje im Jahr 2003, das weit über die Stadtgrenzen als Maskottchen des NDR berühmt geworden war, ist Hagenbeck mit dem Einzug von Neseyka endlich wieder Walrossheimat. Ein Jahr später erfüllt sich für Hagenbeck ein Herzenswunsch: Mit Einzug einer vierköpfigen Walrossgruppe aus dem Zoo von Moskau ist der Grundstock für eine Zucht gelegt. Hagenbeck ist auch heute noch deutschlandweit der einzige Tierpark, in dem Walrosse zu bestaunen sind.

2014

Es hat tatsächlich geklappt! Deutschlands erstes Walrossbaby kommt am 15. Juli zur Welt.

Mit einem Geburtsgewicht von stolzen 54 Kilogramm ist der kleine Thor eine Sensation und ein grandioser Zuchterfolg – und auch heute noch begeistert er die Besucher!

2015

Schichtwechsel an der Spitze des Familienunternehmens

Am 1. April 2015 übergeben Dr. Carl Claus Hagenbeck und Joachim Weinlig-Hagenbeck die Geschäftsführung des Tierparks an ihre Nachfolger Dr. Stephan Hering-Hagenbeck und Friederike Hagenbeck. Am 4. Juni 2015 übergibt Dr. Stephan Hering-Hagenbeck die Geschäftsführung an Bettina Hagenbeck.

2018

111. Jahre Hagenbeck

Am 07. Mai 2018 feierte der Tierpark Hagenbeck seinen 111. Geburtstag. 111 Jahr voller Tradition, toller Tiere und schöner Erlebnisse. Der Geburtstag wurde mit historischen Führungen, Walk-Acts, besonderen Fütterungen und kostenlosem Eintritt für Geburtstagskinder (01.11 oder 11.01) gefeiert.